Aug 30 2012

Reykjavic

StefanG

In Island muss man für alles ein bisschen mehr Geld hinlegen. Das fanden wir schon schnell auf unserem Flug von New York heraus, auf dem weder Mahlzeiten noch alkoholische Getränke kostenlos waren. Schlafen konnte ich leider auch nicht und so kamen wir um acht Uhr morgens ziemlich übernächtigt im Hostel in Reykjavik an. Doch leider war auch hier der Check-in keine Minute vor 14 Uhr möglich, so begnügten wir uns mit zwei bequemen Sesseln, denn die Parkoption entfiel hier ganz klar: Es hatte gerade mal 8 Grad.

Nach dem Check-in holten wir den verpassten Schlaf ein bisschen nach, kochten mit den kostenlosen Lebensmitteln, die in der Küche von anderen Reisenden zurückgelassen wurden, da der eine Supermarkt zu weit weg und der andere viel zu teuer war. Abends liefen wir ins Städtchen. Schon ein Gegensatz von den 8 Millionen plus Einwohnern in NYC zu 120 000 in Reykjavik. Dennoch konnten wir ein bisschen durch die Tourishops tingeln und schonmal ein paar schöne Cafés für einen weiteren Innenstadtbesuch vormerken.
Am zweiten Tag relaxten wir in der Blauen Lagune, einem Thermalbad mit Naturbecken, das nicht nur erdgewärmtes sondern auch ein fast milchiges Wasser beherbergt. Das Ganze ist in eine vulkanische Landschaft eingebettet und sieht unheimlich dramatisch aus. Fast genauso dramatisch hoch war natürlich der Eintrittspreis, doch ich muss sagen, der Besuch lohnt sich trotzdem.

Den dritten Tag verbrachten wir in Ruhe im Café Stofan in der Innenstadt auf alten Sofas (ich habe entdeckt, dass ich total auf alte Sofas stehe, besonders in Cafés). Danach wanderten wir durch die Stadt zur berühmten Hallgrímskirkja Kirche und rundeten den Tag bei einer Happy Hour in einer coolen kleinen Kneipe ab.

Somit schließt sich also das letzte Kapitel auf unserer sechsmonatigen Reise durch 16 Ländern auf fünf (wenn man will sechs) Kontinenten, mit 24357 Bodenkilometern (zwischen Orten), 65450 Flugkilometern und 6755 Fotos. Ich hoffe, wir konnten bei einigen von euch Fernweh erzeugen!


Aug 26 2012

Ithaca

StefanG

Es nervte: Jetzt waren wir in Südamerika mehr als 8000 Kilometer mit dem Bus gereist und hatten nie größere Probleme und ausgerechnet die Fahrt von New York City nach Ithaca (500km) sollte uns unangenehm in Erinnerung bleiben. Der Bus kam erstmal einfach zwei Stunden zu spät und niemand konnte uns weiterhelfen oder Informationen geben. Dann dauerte die Fahrt auch noch extra lang, obwohl der Verkehr ganz normal lief. Insgesamt wurden aus viereinhalb mehr als acht Stunden Fahrt.

Schließlich kamen wir jedoch an: Loren und Tom warteten schon ganz gespannt am Busterminal. Endlich konnte ich Pt Ithaca zeigen, das für mich in den vergangenen 14 Jahren ja eine große Rolle gespielt hatte. Abends gingen wir zu viert im Maxie’s essen, so eine große Portion Spareribs hatte ich wohl noch nie. Am Sonntag genossen wir ein entspanntes Frühstück und fuhren mit dem Boot auf den Cayuga Lake. Nun schlug auch Ryan auf und zum Mittagessen gabs den rituellen Sub von Wegman’s. Ein Spaziergang über den Campus von Cornell durfte natürlich auch nicht fehlen. Zum Abendessen wurden wir in ein österreichisches Restaurant mit dem Namen “Heuriger” geführt (auf schwäbisch heißt das wohl “Besen”, wie ich lernte), das mit einem schönen Blick auf den Seneca Lake glänzen konnte. Vom Sauerkraut war ich ganz begeistert, nicht nur dass nach sechs Monaten ohne Kost aus der Heimat es mal wieder Zeit dafür war, sondern auch die Zubereitung war wirklich erstklassig. Das war wirklich ein schöner Abschluss für ein prima Wochenende mit meiner “zweiten Familie”.


Aug 24 2012

New York City

StefanG


Wir hatten einen Nachtflug von Los Angeles nach NYC gebucht, der uns vollkommen übermüdet in den Big Apple brachte. Das Hostel war leider nicht in der Lage, uns vor 17 Uhr unser Bett zugänglich zu machen (obwohl der check-in um 15 Uhr offiziell möglich war). Da wir aber um acht Uhr morgens aufschlugen, waren eh beide Alternativen schlecht. Immerhin konnten wir duschen und frühstücken. Danach sind wir einfach faul in den nahegelegenen Central Park geflackt, schließlich war wunderbares Wetter und wir hatten gute Bücher zu lesen. Nach dem Check-in schliefen wir erstmal für zwei Stunden, bis wir uns hungrig auf die Jagd nach Thai-Food machten. Diesen fanden wir auch, ebenso ein paar Bars (Tap a Keg & Five Lantern Tavern) um 105th und Broadway. Das war nötig, weil wir Ryan erst gegen 11 im Rumors nahe Times Square treffen konnten.

Am nächsten Morgen gings ins MoMa, das wir 2008 einfach nicht richtig angeschaut hatten, bzw. wir zu wenig Zeit hatten und zu viele Besucher am kostenlosen Freitag unterwegs waren. Doch auch am helligen Donnerstag war der Andrang riesig. Nachdem wir dieses Mal einen besseren Blick auf die Kunstwerke erhaschen konnten, war es Mittagsessenszeit, wir hatten wieder mal einen leckeren Sub. Im Anschluss schauten wir uns die neue Gedenkstätte für die Opfer des World Trade Centers und den Baufortschritt der neuen Hochhäuser an. Sehr beeindruckend. Danach trennten sich unsere Wege: Pt traf sich mit Jill zum Abendessen, ich mich mit Ryan und Matt.

Den letzten Tag in der City verbrachten wir in Brooklyn, besser gesagt in Williamsburg. Das ist ein Stadtteil, der recht im Kommen ist und viele Cafés, Restaurants und einfach ein “hippes Feeling” mit sich bringt. So saßen wir dann mit unseren Büchern auch einfach in einem Café, hatten ein Bagel-Picknick und trafen uns abends wieder mit Jill, die Mel zum Abendessen in Soho mitgebracht hatte. So ist das eben in NYC, alles dreht sich ums Essen.


Aug 22 2012

English summary: Two month in the USA

StefanG

It was the cultural shock we had expected. To be in a country where people spoke your language, in which you were comfortable with the culture and didn’t have the feeling you had to watch out for your things all the time put as at ease and was quite revitalizing. We had started our trip to the USA in Chicago and Detroit. We loved the weekend in Chicago, met up with Peita’s friends Vickie and Quintin, hung out at the world’s largest block party, enjoyed cooking in the hostel’s kitchen and did a lot of sightseeing. It was incredible how friendly people of the Midwest are, to a point where it just seemed ridiculous when they apologized every time they passed you in a supermarket aisle.

Afterwards we were off to Detroit for Casey and Phillip’s wedding, an event we won’t forget mostly for the great people we’ve met and the cool party they had pulled off. Driving a thousand kilometers in just a week, we went to a holiday resort called Watervale in the north of Michigan, were we spent four days with the German pack of the party as well as Casey’s friends and family. What a relaxing time it was! To be honest it was also great to be surrounded by friends rather than starting new at every hostel with the same questions (Where are you from? How long are you traveling for?….). Meanwhile, our camera had been repaired in Chicago, as someone sat on it in Belize and crushed the screen, so we were all set for our five week road trip in the West.

From Chicago we flew to Seattle, were we stayed four nights with a young family that offered a room on Airbnb. There was a street festival in the suburb we stayed in and we loved having good Thai and Indian food. The city itself couldn’t quite live up to our expectations although we can’t really put a finger on it why. We had been to the first Starbucks at Pike Place and the adjacent markets, taken the water taxi and been to the park surrounding the world famous space needle. Then we picked up our hire car, a Chrysler Town & Country. As we had hoped for, we could fold down the back two rows of passenger seats ink the minivan, which allowed us to go straight to IKEA to buy a mattress and camping equipment. Hence we turned the minivan into a campervan. This would be our home in the following five weeks and it was way more comfortable than we had expected.

The first leg of the 8548km trip (!), took us up to Vancouver in British Columbia, Canada. Experiencing what the word “dry camping” means, we spent two nights outside of a campsite, having breakfast, lunch and dinner from a gas bbq and a gas stove at picnic areas in parks. Showers and exercise were provided at the local aquatic center. During the days we saw quite a bit of the city, went up to see bears on Grouse Mountain, had a few coffees and local beers and just soaked in the atmosphere of this city between ocean and mountains.

Our car took us to Portland next, a city not quite as big as the other two but highly recommended to us by people we had met along our journey. And it lived up to its expectations. Having a high density of microbreweries, street carts selling good and cheap food, cafés and hip people right in the center of the city it is definitely a place you can’t miss on a trip like this. Following this we went to the Columbia River Gorge, but couldn’t go for hikes due to bad weather, so we just returned to the city to come back to a great Saturday market.

With 800 miles to go, the next two days were driving-heavy but got us to Yellowstone ahead of schedule. We had four days to explore this mammoth of a National Park, including highlights such as geysers, bisons, hot springs, mud volcanos and marmots. Grand Prismatic Spring guaranteed the nicest photos, to see Old Faithful and Beehive geysers erupt was a great experience as well as hiking through the groves and forests being afraid to have to face a bear. The campsites were enormous but well equipped, including hot showers, laundry and a nightly entertainment program (which we skipped). We drove south through Grand Teton National Park to go towards Salt Lake City, where we had to replace one of our tires. Apparently we had driven over some kind of plastic.

Seeing the Olympic ski slopes made me a bit sad for not being there in winter. But we headed on to Bryce Canyon and Zion National Park. The former has great views from above looking into the canyon and the famous pillar like sandstone formations called Hoodoos. The latter allows you to walk into the canyon, at some points with the river up to your knees. Onwards to the Grand Canyon, we had a schedule to follow.

We visited both sides of the Grand Canyon, starting with the North Rim. Someone suggested to us, to stay outside the National Park in Kanab National Forest and drive on a firefighter road to a place called Timp Point. We did and almost couldn’t get away from there. Not only was it so beautiful to watch the sunrise over the canyon without a single soul for miles around us, but the heavy rain during the night made the dirt roads almost impassable. Eventually we got out and drove to the South Rim, a place where tourists arrive by the busload and that was not what we were looking for. So after a few hours and one of our typical picnics we headed on, stayed in a Flintstones themed campground to get a good start for the next day driving along the historic Route 66.

We ended up in Henderson, just south of Las Vegas, where it was so hot that we could barely sleep in the car. Even in the middle of the night it was well above 30 degrees. We had a blast in Las Vegas, what a concept; the hotels simply turn themselves into the attraction! You can even gamble in a petrol station or in a supermarket at 8am. If you want to grab a cup of coffee, be sure the closest Starbucks is located in a casino. Without losing or winning any money we drove on towards Yosemite, which was the last National Park on our list. But beforehand we went through Death Valley, which simultaneously marked the lowest and hottest point on earth we had ever been to: At minus 72.5m it was 49 degrees (at 6pm!). Yosemite Falls had dried out, since this is one of the driest summers on record. Nevertheless we got to see great landscapes, including huge sequoia trees that even had a tunnel through them.

Having arrived in California, Napa Valley was our next destination. It was here that we were able to taste a 200 dollar a bottle wine for the first time. Sadly, I was not able to tell the difference to a 100 dollar a bottle wine. I’ll work on that. Leaving Napa, a city with a true holiday feeling and a clear choice for a weekend away, we went onwards to San Francisco. The obligatory drive over the Golden Gate Bridge was quite eerie since the dense fog covered about half of the bridge so you couldn’t see the other end when entering it. We explored Chinatown and Downtown on the first day. On the following day we were not able to get on a Cable Car, since there were just too many people around. Instead we hung out in the cool cafés with rainbow flags around Castro Theater.

On the third day in the Bay Area we visited Silicon Valley, saw the headquarters of Google and Apple, as well as the garage in which HP was founded. After this we had a week left to get to Los Angeles, which was a mere 300 miles away. We took the scenic Highway Number 1, which goes right along the Californian coast. County law prohibited sleeping in the car in a campground, so once again we dry camped in turnouts off the highway, waking up to beach, ocean, seals and dolphins. We could not have wished for more.

One night the sheriff came up to our car and knocked just to check if we were alright. But that was about the only weird experience. We visited several coffee places along the way, the “Kreuzberg, CA” in San Luis Obispo being our favourite. Also, we have been to several weekly farmers markets, all serving great street food, music and an awesome atmosphere. We went to the Danish town of Solvang for yet another coffee. Arriving in LA, we visited Paul and his friends in Santa Monica, did a tour of the Warner Brothers Studios, walked the Walk of Fame, drove down Sunset Blvd in Beverly Hills, went to Venice and Malibu Beach and took photos of the Hollywood sign, of course.

In New York City we visited Ryan, Matt and Gill. We met up with Ryan for a beer on Wednesday after we had great Thai food just around the corner form our Hostel on Central Park West and 106th street. And while I had dinner with him and Matt the day after, Pt went out in SoHo with Jill. During the day we paid the MoMa a visit, soaked up the hipster culture in Williamsburg and enjoyed the sun in Central Park. But we also visited the 9/11 memorial, which was quite moving. On this weekend we’re off to Ryan’s parents in Ithaca, next we’ll tackle our last destination: Iceland.

Over these last two month we’ve gained some insight into why so many US citizens do not have a passport. One aspect surely is their own country really has so much to offer that there is hardly a reason to leave it. The National Parks are great destinations, although we would have loved to visit them early in the year, probably in May when there are less people around and spring is at its best. Portland wins the contest of being the most attractive city to us hands down, followed by Chicago and San Luis Obispo. But there remains one thing that we just could not get over – all similarities with European and Australian culture aside: During our visit, there were three mass shootings in the USA, with more than 20 dead. Listening to the radio we learnt two thing; first, the NRA advertised that there would not have been as many people killed, had everybody been armed. Secondly gun sales increased by 41% the weekend following the Denver shooting. In Las Vegas there is a shop right on the Strip that offers you the opportunity to “shoot a real machine gun”, right in the back of the store, or a burger joint which promotion is “have a burger shoot a machine gun”. Yet one other topic that makes this country so controversial. Not to mention the countless homeless people on the streets. But it might be exactly these extremes that make this country well worth a visit.


Aug 22 2012

Los Angeles

StefanG

Langsam tasteten wir uns an LA heran. Zunächst ging es am Sonntag nach Malibu, wo wir uns den berühmten Strand ansahen und auch tatsächlich Lifeguards fanden, die so ähnlich aussahen wie in Baywatch. Das super Wetter hatte richtig viele Leute nach draußen gezogen und so spazierten wir lieber an einen etwas ruhigeren Ort. Am nächsten Morgen checkten wir aus dem Motel in Thousand Oaks aus und fuhren nach Hollywood. Zunächst wollten wir den so berühmten Schriftzug fotografieren, doch dieser ist dann doch kleiner als gedacht und war ohne Superzoom auf den Bildern einfach nicht zu sehen. Aber siehe da: Wir fanden uns quasi durch Zufall direkt an der Stelle des Hollywood Boulevards, an dem sich der Walk of Fame befindet. Somit schauten wir uns diesen eben an. Um kurz nach eins hatten wir eine Tour durch die Studios von Warner Brothers gebucht. Diese war echt genial und ist wärmstens weiterzuempfehlen. Wir haben gar die gesamte Ausstattung von Central Perk, dem Café aus Friends gesehen! Inklusive Originalcouch. Ansonsten gab’s noch zwei Batmobile, viele Kostüme, tatsächliche Sets und Außensets zu sehen. Neben einem anscheinend aus der Serie „Two Broke Girls“ bekanntem Pferd, sahen wir auch einen echten Promi: Jamie Foxx.

Im Anschluss fuhren wir zum Observatory in Griffith Park, von wo aus man einen herrlichen Ausblick auf Los Angeles und den Hollywood Schriftzug hat. Nun sind die Bilder auch besser geworden. Es war kurz vor vier und so fuhren wir über den Sunset Blvd nach Beverly Hills und Bel Air. Schließlich trafen wir Paul in Santa Monica. Er hatte uns freundlicherweise Obdach für diese letzte Nacht an der Westküste gewährt. Wir aßen lecker Buritos und trafen noch ein paar seiner Freunde in einer Bar. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen ging’s wieder mal in ein Café. Das 18th Street Café soll angeblich Bob Dylan gehören. Danach ein Spaziergang am Venice Beach, Mittagessen mit Paul und die „Kanäle“ von Venice angeschaut. Besser hätte unser Roadtrip mit insgesamt 8548 km in fünf Wochen nicht enden können! Um kurz nach fünf gaben wir das Auto am LAX Flughafen ab, wir waren hochzufrieden mit Alamo und Holiday Auto. Wer einen Mietwagen im Ausland braucht, der ist bestens beraten, wenn er bei STA Travel bucht!

Next stop: New York City!


Aug 18 2012

Highway No 1

StefanG

Entlang der Kalifornischen Küste schlängelt sich Highway 1. Teilweise wurde die historische Straße mit dem Freeway 101 ersetzt, doch zieht die alte Straße noch immer Touristen aus aller Welt an. Vier Tage lang genossen wir die schönen Aussichten, schliefen in Parkplätzen direkt am Meer und sahen Robben und Delfine direkt vom Frühstücksplatz aus.

Diese Woche waren wir mehr oder minder gezwungen, außerhalb von Campingplätzen zu schlafen. Dafür gab es zwei Gründe: Selbst wenn wir es schaffen würden, 65 Dollar pro Nacht für den Campingplatz aufzubringen, wäre es immer noch illegal im Auto zu schlafen. Ja, auf Campingplätze in Kalifornien darf man nicht im Auto schlafen! Der Grund ist mir nicht bekannt, denn im Wohnmobil ist es erlaubt. Als uns in der Nacht zum Freitag ein freundlicher Sheriff aus dem Schlaf riss, scheinte es diesem aber nichts auszumachen, wenn man außerhalb eines Campingplatzes im Auto schläft. Er wollte nur sehen, ob es uns gut geht. Komisch.

Ebenso komisch war es, als ich zwei Tage zuvor von der Polizei angehalten wurde (war eigentlich auch Zeit nach fast 5000 Meilen seit Seattle). Anscheinend hatte ich nicht genug Geduld mit dem Polizeiauto vor mir, als ich nach links abgebogen bin. Für mich schien der Polizist aber nach rechts zu wollen, schließlich konnte ich weder einen gesetzten Blinker sehen, noch war er in der richtigen Spur. Nun gut, ich gab mich freundlich und er ließ uns selbstverständlich weiterfahren.

Am Abend schauten wir uns im Kino in Santa Cruz den neuen Bourne Film an und genossen die Athmosphäre in diesem netten kleinen Städtchen mit seinen vielen Surfshops. Wir übernachteten in Moss Landing direkt am Wasser. Am nächsten Morgen konnten wir Robben beobachten, die direkt vor unserer Nase frühstückten und sich auf den Rücken drehten.

In Monterey gönnten wir uns zwei Stunden im Schwimmbad, dann staunten wir nicht schlecht über die vielen Oldtimer, die zur Autowoche anreisten. Dienstags gibts einen Markt, den wir uns natürlich nicht entgehen ließen, ebenso wenig wie die französische Bäckerei. Am Abend schauten wir uns den Hafendistrikt rund um die alte Sardinenfabrik an und fuhren am nächsten Tag mit dem alten Trolleybus zum Leuchtturm in Pacific Grove. Danach gings weiter den Highway entlang, an Big Sur vorbei (was eigentlich nur eine größere Raststätte ist) und zu zwei weiteren Nachtstellplätzen, die direkt am Meer gelegen waren. Wir machten an unendlich vielen Aussichtspunkten halt und versuchten das ganze in Fotos festzhalten. Ein unmögliches Unterfangen, die Kalifornische Küste muss man einfach selbst sehen!

Was nun folgte, könnte man auch als Kaffeetour durch Kalifornien beschreiben.  Unser Favorit war das “Kreuzberg, CA” in San Luis Obispo  (auch SLO genannt). Den Slogan “Poor but sexy” kannte man genauso wie die Berliner Flagge über der Kaffeebar. Es war so gemütlich, dass man es gut zwei Stunden aushielt. Am Abend zuvor waren wir wieder mal schwimmen und fanden uns danach auf einem riesigen Markt in der Innenstadt von SLO. Es gab nicht nur leckere Spareribs, sondern auch Livemusik und einfach eine tolle Atmosphäre. Diese Märkte haben ein Konzept, das man auch in Deutschland mal versuchen könnte: Neben all den Gemüseständen gibt es viele Essensgelegenheiten, die von den lokalen Cafés und Restaurants angeboten werden. Das geniale ist aber die Zeit: Die Märkte sind vom späten Nachmittag bis abends, etwa um 9 Uhr. Also kann man nach der Arbeit dort jede Menge Leute treffen.

Aber auch in Solvang fanden wir ein nettes Plätzchen. Solvang ist ein dänisches Dorf, mitten in Kalifornien. Inklusive Windmühlen, dänischen Flaggen und Bäckereien. Amerika kommt ohne seine vielen Disneylands einfach nicht aus. Auch in Santa Barbara liefen wir wieder über einen Markt und saßen in einem Café. Doch irgendwie sprang der Funke nicht über, SLO hat uns einfach zu gut gefallen. So fuhren wir schnell weiter Richtung Thousand Oaks, wo wir das Wochenende im Motel verbringen werden und noch ein bisschen shoppen gingen. Das Outlet Center ist einfach riesig. Montag und Dienstag steht nun LA auf dem Plan.


Aug 13 2012

Silicon Valley

StefanG

Endlich ist der Tag gekommen, an dem wir die Spionage der Internetkonzerne umdrehen und mal genau hinschauen, wo sie ihre “Hauptquartiere” haben. Denn heute ist der Tag, an dem wir ins Silicon Valley fahren.

Als wirklich einfach stellte sich das Unterfangen aber nicht herraus. Zunächst fuhren wir nach Menlo Park, wo anscheinend Facebook sitzt. Doch eine weitere Internetrecherche ergab, dass sie wohl nach Palo Alto umgezogen sind. Doch auch dort konnten wir die Adresse nicht finden. Nun gut, schauten wir uns eben die Garage an, in der HP gegründet wurde und damit der Grundstein für Silicon Valley gelegt wurde. Der nächste Stopp war Mountain View und der Hauptsitz von Google. Den konnten man wenigstens finden, denn direkt vor dem Bürogebäude stand eine Stecknadel, die wir alle von Google Maps kennen (siehe Bild oben). Im Anschluss gönnten wir uns einen Kaffee im Red Rock Café, einem anscheinend bekannten Abhängort für Geeks. Und tatsächlich: Die Laptopdichte war deutlich höher als normal. Von hier aus wird also die Welt regiert. Doch Moment, die wirkliche Regierungszentrale sahen wir nach einem schönen Picknick im Park in Cupertino: Der Apple Campus. Hier gab es wenigstens mehr als nur die Bürogebäude zu sehen: In 1 Infinite Loop kann man immerhin ein paar Merchandiseartikel erwerben. Nun habe ich ein schönes Apple Mousepad. Juhu!

Danach hatten wir genug und fuhren wieder zurück zum Highway Number 1. Der sollte uns schließlich nach Los Angeles bringen und am nächsten Tag nach Monterrey führen.


Aug 12 2012

San Francisco

StefanG

Weder hatten wir Blumen im Haar, noch waren unsere Jeans zerrissen, dennoch gingen wir durch die Straßen von San Francisco. Auf dem Weg in die Stadt mussten wir natürlich über die Golden Gate Bridge fahren, auch wenn das einen Umweg von 30 Meilen und fast zwei Stunden Verspätung bedeutete, da der Verkehr einfach unglaublich dicht war. Selbstverständlich stoppten wir auf der Nordseite an mehreren Aussichtspunkten. Doch zu sehen war leider nicht viel: Vom Pazifik zieht derzeit eine ganz fiese Nebelfront auf, die genau bis zur Golden Gate Bridge reicht und diese die meiste Zeit verdeckt. Na, ein paar Fotos konnten wir immerhin schießen und als wir am Sonntagabend zurückkamen und auf der Südseite ein paar Fotos machten, war der Nebel auch nicht mehr so dick.

Samstag schauten wir uns noch Chinatown und den Financial District an, nachdem wir um Fishermen’s Wharf einfach keinen Parkplatz finden konnten, auch wenn dieser 30 Dollar gekostet hätte. So fuhren wir am Coit Tower nur vorbei und parkten im recht menschenleeren Financial District. Im Ferry Building gingen wir stattdessen durch die vielen kleinen Läden und stellten uns in eine 20 Minuten lange Schlange für take-away Kaffee. Das lohnte sich tatsächlich und besänftigte meine von Filterkaffee geplagte Kaffeeseele ein bisschen. Der Spaziergang durch Chinatown kam nicht ohne ein Dim Sum Probiererchen aus.

Am Sonntag parkten wir, nachdem wir wieder über eine Stunde im Stau standen, in der Nähe von Castro. Hier ist Kleidung optional und man sieht tatsächlich nackte Menschen auf der Straße beim Zeitunglesen. Hier wird Homosexualität offen gelebt, was sehr zur Atmosphäre beiträgt. Nach einem Kaffee schauten uns die Streetart in der Clarion Alley an, sowie die der Stadt ihren Namen gebende Mission in Mission Dolores. Mit der Straßenbahn fuhren wir kreuz und quer durch die Stadt, bis wir bei Fishermen’s Wharf angelangt waren. Da es uns hier gar nicht gefiel und viel zu viele Menschen hatte, wollten wir mit dem Cablecar ganz schnell flüchten. Doch daraus wurde nichts: Die Schlange an der Haltestelle versprach eine zweistündige Wartezeit. Darauf hatten wir keine Lust und liefen stattdessen durch einen Park zum Trolleybus. Zurück am Auto gab’s ein spätes Mittagessen und danach fuhren wir durch den Presidio of San Francisco Park und weiter hinunter auf Highway Number 1, Richtung Silicon Valley, unserem nächsten Stopp.


Aug 10 2012

Napa Valley

StefanG

Das einzige Problem beim Schlafen im Auto ist, dass ohne Campingplatz auch keine Duschen zur Verfügung stehen. Da wir die Nacht an einem Sportplatz verbracht hatten, machten wir uns auf zu Flying J. Das ist eigentlich ein Raststopp für Truckfahrer, doch auch ganz normal Sterbliche können dort entgeltlich eine Dusche erwerben. Erfrischt fuhren wir weiter nach Napa. Das ist die Stadt in den USA, wenn es um Wein geht. Die umgebende Napa Valley Weinregion hat es zu Weltruhm gebracht, auch wenn der Wein hier mit dem zwei-Euro-Wein bei Aldi in Deutschland nichts zu tun hat.

Mit einer Karte vom Visitor Center bewaffnet gingen wir los und machten zwei Weinproben. Die erste bei Artes, die zweite bei Etitude. So nobel wie die Namen klingen, so gut war dann auch den Wein und so professionell wurden die Proben präsentiert. Für 25 Dollar konnten wir bei Etitude fünf Weine probieren, drei davon waren jenseits der 100 Dollar pro Flasche bepreist. Da wir uns natürlich keine Flasche davon leisten konnten, gingen wir abends lieber auf ein Gläschen in ein lokales Restaurant. Davon gibt es in Napa viele, ebenso kleine Läden mit Wohlfühlprodukten, Kaffee und so weiter. Hier hält man es gut aus und im Park kann man schön grillen.

Am zweiten Tag stoppten wir zunächst beim Oxbow Market, der jedoch weniger eine Markthalle und mehr eine Nobelrestaurantmeile ist. Also fuhren wir schnell weiter den Silverada Trail entlang zur letzten Weinprobe bei Stags Leap.   Wir hatten uns zwar für die billige Probe für 15$ entschieden, dennoch durften wir den 200$-pro-Flasche-Wein probieren. Zugegeben, es fällt mir ein bisschen schwer, den Unterschied zur 100$ Flasche auszumachen.

Abends fuhren wir weiter zur Unterkunft bei San Francisco. Wir hatten uns wieder für zwei Nächte im Extended Stay America Hotel eingebucht. Endlich hatten wir wieder eine Küche und konnten leckere Omelettes kochen, ein bisschen fernsehen und im Internet surfen. Langsam wir die Reise ein bisschen lang und wir freuen uns, in drei Wochen wieder nach Hause zu kommen.


Aug 8 2012

Yosemite

StefanG

Nach einer Stunde Fahrt kamen wir in Yosemite an. Erste Anlaufstelle war wieder einmal das Visitors Center. Nachdem wir unseren Plan zurechtgelegt hatten, gingen wir auf die Suche nach einem Campingplatz. Den fanden wir dann auch gleich am Porcupine Creek. Da wir eine kleine Wanderung wagen wollten ging’s wieder zurück zum Tioga Pass. Von dort aus führte der Weg zum Gaylor Peak und weiter zu den Gaylor Lakes. Wir entschieden uns, zurück zu den Meadows zu wandern, was wir nach zwei Stunden auch geschafft hatten. Eine weitere Stunde warteten wir dann auf das Shuttle, das unseren Informationen nach jede halbe Stunde fahren sollte. Frustriert schauten wir in die Karte und versuchten auszumachen, wie weit es zurück zum Auto zu laufen wäre. Da fährt das Shuttle direkt an unseren Augen vorbei! Schreiend und mit den Händen wedelnd rannten wir hinter dem Bus her, der dann glücklicherweise auch anhielt. Weitere acht Kilometer bergauf wollten wir uns nicht antun. Übrigens fährt das Shuttle nur vier Mal pro Tag zur Passhöhe. Nochmals Glück gehabt! Am Strand des Tenaya Lake erholten wir uns von den Strapazen, bevor wir wieder zurück zum Campingplatz gingen.

Am nächsten Morgen gings sehr früh los. Kurz vor sieben waren wir beim nächsten Campingplatz angekommen. Da wir keine Reservierung machen konnten, galt das first-come-first-serve Prinzip. Wir hatten Glück und sicherten uns einen Platz im Tamarack Flat Campground. Um viertel nach acht wollten wir an einem “Walk with a Ranger” teilnehmen, doch verpassten wir diesen um zehn Minuten. Also wanderten wir alleine zum Yosemite Fall, einem der höchsten Wasserfälle Amerikas. Doch leider war dieser ohne Wasser. Nein, Wartungsarbeiten waren nicht schuld, sondern die extreme Dürre in Kalifornien. Nun gut, nach einem Kaffee und dem hart verdienten Frühstück nahmen wir mit dem Shuttlebus zum Happy Islands Stopp. Von dort aus gings zwei Stunden lang zum Vernal Fall und zurück. Mittags fuhren wir dann zum Glacier Point, von wo aus wir eine fantastische Aussicht genossen. Der Abend war ruhig und wir genossen es, wieder mal ein Lagerfeuer zu entzünden.

Der Mittwoch begann relaxed, wir hatten nur einen Tagesordnungspunkt: Die großen Sequoia Bäume im Mariposa Grove anzuschauen. Wiederum waren wir bei weitem nicht die einzigen, die auf diese Idee kamen. Doch die Bäume waren es wert, sich durch die Tourimassen zu schlagen (auf einmal wurde mehr Französisch als Englisch gesprochen). Durch einen Baum konnte man glatt durchlaufen, vor langer Zeit wurde ein Tunnel durch den Baum geschlagen. Sehr imposant. Mittags fuhren wir wieder ein paar hundert Meilen Richtung Norden, wo wir in der Gegend um Merced einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Napa und der dortigen Weinregion einlegten.